Wer war Johannes Helm?

Johannes Helm wurde am 10.4.1842 in Floß bei Flossenbürg in der Oberpfalz als Sohn eines Lehrers geboren. Er bestand als bester von 33 Kandidaten im Alter von 20 Jahren die Lehramtsprüfung und war dann als Lehrer tätig.

Mit 22 wurde er bereits Seminarlehrer am Lehrerseminar in Altdorf und übte diese Tätigkeit zehn Jahre lang aus. 1873-1874 absolvierte er drei Semester lang ein Zusatzstudium der Pädagogik in Leipzig. Von 1874-1877 war er als Seminarlehrer und Präfekt am Lehrerseminar in Bamberg tätig. Von 1878 - 1912 war er als Seminarinspektor am Lehrerseminar Schwabach tätig. Er verstarb am 28.12.1917 in Schwabach.

 

Was war das Besondere an Johannes Helm?

Es wurden ihm großes Wissen, Lehrgeschick, Ruhe, Besonnenheit, Güte, ein Herz gewinnendes Wesen und Unparteilichkeit bescheinigt. Ihn zeichneten unverwüstlicher Optimismus und unermüdliche Arbeitskraft aus. Er hatte die vollste Achtung seiner Kollegen. Die Seminaristen brachten ihm Liebe und Anhänglichkeit entgegen. Er hatte eine "Herz gewinnende Art". Er war, wie man damals sagte, "ein Bild schöner Männlichkeit". Er war Musiker, Komponist und schrieb mehrere Bücher: "Handbuch der allgemeinen Pädagogik", "Musikalische Formenlehre", "Geschichte und Methodik des Gesangsunterrichts", "Präludienbuch für die Bayrische Landeskirche".

Bei seinem Amtsantritt in Schwabach wurde festgestellt: "Ein neuer Geist zog mit ihm ein: Hier bist du Mensch, hier darfst du sein." Zeitzeugen sagten über ihn: "Dass ihm alles glückte, ist auf den Zauber seiner Persönlichkeit zurückzuführen." Als Beispiel seien hier einige Neuerungen erwähnt, die Johannes Helm gleich nach seinem Amtsantritt in Schwabach einführte:

Die Seminaristen mussten den Sonntagsgottesdienst nur am Vormittag besuchen, am Nachmittag war der Kirchgang freiwillig. Auf die schriftliche Wiedergabe der Predigtgrundgedanken wurde verzichtet. Der Zwang, einen Zylinder (auch als Angströhre bezeichnet) zu tragen, wurde abgeschafft.